Angst vor Fremden - Alemán B1 EOI Aragón

Die soziale Phobie ist eine Krankheit, die behandelt werden muss: Bei Patienten, die darunter leiden, löst der Kontakt mit fremden Menschen Panik aus – oft verlassen die Betroffenen ihre eigenen vier Wände nicht mehr. Mit der weltweit größten Studie suchen Göttinger Forscher jetzt bessere Behandlungsmethoden.

Angst vor anderen Menschen war 30 Jahre lang das prägende Gefühl im Leben von Arne Kuhlmann (Name geändert). „Wenn ich in den Garten gehen wollte, hab' ich einfach so lange gewartet, bis die Nachbarn weg waren“, sagt Kuhlmann. Arzttermine zu vereinbaren war ihm unangenehm, beim Einkaufen konnte er den Verkäuferinnen nicht ins Gesicht sehen. Kuhlmann litt Jahrzehnte unter sozialer Kontaktangst. Kam er mit fremden Menschen zusammen, geriet er in Panik. „Bis zu zwölf Prozent aller Deutschen leiden einmal in ihrem Leben unter einer sozialen Phobie“, sagt der Göttinger Psychologie-Professor Eric Leibing.

 Zusammen mit psychotherapeutischen Einrichtungen der Universitäten Dresden, Jena, Bochum-Dortmund und Mainz führt die Göttinger Universitätsmedizin im Moment die weltgrößte Studie zur sozialen Phobie durch. Bis 2009 können daher mehr als 500 Patienten mit sozialer Phobie behandelt werden. „Menschen mit sozialer Phobie glauben, dass sie irgendwie merkwürdig oder seltsam sind“, sagt Leibing. Deshalb hätten sie eine „extrem starke Angst, von anderen negativ beurteilt zu werden".

Diese Ängste könnten Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüche oder auch ein starkes Zittern auslösen, sagt der Experte. Darum meiden Sozialphobiker Angstsituationen oder ertragen sie nur mit Mühe. „Sie sprechen wenig, telefonieren nicht mehr, trauen sich nicht mehr ins Café oder ins Kino“, erläutert Leibing. Einen Vortrag zu präsentieren, erscheint den Betroffenen unmöglich, sie ziehen sich völlig aus dem öffentlichen Leben zurück. Die Folgen sind Einsamkeit, Selbstzweifel und Depressionen. „Soziale Phobien kosten die Betroffenen nicht nur zwischenmenschliche Kontakte, manche verlieren dadurch auch ihre Arbeit“, sagt Leibing.

Seit Kuhlmann im vergangenen Jahr eine Psychotherapie an der Universitätsklinik in Göttingen begonnen hat, geht es ihm besser, wie er sagt. Die Kurzzeittherapie umfasst 25 Sitzungen, in denen der Patient gemeinsam mit seinem Therapeuten überprüft, ob wirklich das eintritt, was der Patient so sehr fürchtet. „Ich musste andere Menschen auf der Straße nach der Uhrzeit fragen und habe festgestellt, dass sie sich nicht umdrehen und einfach weggehen. Alle haben mir gesagt, wie spät es ist“, erzählt er.

Seit Kuhlmann die Verhaltenstherapie im vergangenen Jahr begann, hat sich sein Leben stark verändert. Er geht nun offen auf andere zu, macht oft Witze und lacht gern. Dass er in seinem Job als Zahntechniker nun alle Telefonate, die er sonst immer an andere Mitarbeiter abgab, selbst führt, können seine Kollegen kaum glauben. „Der telefoniert den ganzen Tag“, sagen sie über ihn. Und für Kuhlmann ist der unbeschwerte Griff zum Telefonhörer vor allem eins: „Es ist schön, einfach viel Freiheit!“
© Welt.online (adaptiert)

LESEVERSTEHEN - STUFE B1

 

AUSSAGE

Lesen Sie denText und die folgende Aufgabe. 
Entscheiden Sie, ob die Aussagen „richtig”(r) oder „falsch”(f) sind. 
Für jede richtige Antwort bekommen Sie einen Punkt. 

Schreiben Sie hier Ihre Lösungen.
0. Sozialphobiker haben Angst, allein zu sein. falsch

1. Herr Kuhlmann hat mit 30 die ersten Symptome gespürt. 
2. Herr Kuhlmann hatte nur Kontakt zu seinen Nachbarn. 
3. Ungefähr jeder zehnte Deutsche könnte diese Krankheit haben. 
4. Mehrere deutsche Universitäten kümmern sich jetzt um dieses Problem. 
5. Menschen werden Sozialphobiker, weil sie einsam oder depressiv sind. 
6. Die Therapie war bei Herrn Kuhlmann erfolgreich. 
7. Dank dieser Verbesserung konnte Kuhlmann eine neue Arbeit finden.


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